Sonntag, 4. Juni 2017

Rezension - Vom Aussenseiter zum Boss


Gebundene Ausgabe: 144 Seiten
Verlag: Braumüller Verlag (9. Juni 2016)
ISBN-13: 978-3991001836
 

Der Journalist Philipp Hacker-Walton erzählt die Geschichte vom Durchbruch des jungen Bruce Springsteen: sein emotionales Ringen, die Suche nach Orientierung in der Musikwelt und den Umgang mit einem schwierigen Gerichtsverfahren.
(Quelle: Verlag)



Die meisten Biografien beinhalten ja das ganze Leben von großen Persönlichkeiten.
Philipp Hacker-Walton hat sich, wie der Name des Buches schon verrät, auf ein bestimmtes Thema festgelegt: Als Bruce Springsteen sich seine Songs zurückholte.

Bruce lernt seinen späteren Manager Mike Appel 1971 kennen und scheinen das perfekte Team zu sein. Bruce ist der musikalische Aufsteiger, und Mike weiß genau, wie er ihm zu Ruhm verhilft.
Nur mit dem Reichtum klappt es nicht so ganz, und im Jahre 1975 wird Bruce bewusst, daß er seine Verträge überprüfen lassen sollte. Der Verdienst erscheint nebensächlich, denn das eigentliche Problem, welches Bruce damals nicht bewusst war, besteht darin, daß er mit seiner Unterschrift die Rechte an all seinen Songs abgetreten hat. An Mike Apple!
Eine Zusammenarbeit ist nicht mehr möglich und es beginnt ein erbitterter Kampf, den die Anwälte versuchen zu klären.
Man könnte meinen, Karma war anwesend, denn im Laufe der Jahre läuft es trotz allem nicht gut für Mike.
Im Gegensatz zu Bruce, der einer der größten Musiker unserer Zeit wird.
Zu Beginn war er ein einfacher, junger und naiver Mann, der blind vertraut hat, und sich um nichts als seine Musik kümmern wollte.

Eine beschriebene Szene gefiel mir besonders gut:
Bruce wollte unbedingt Elvis Presley treffen, und ist dafür sogar über den Zaun von Graceland gestiegen. Allerdings wurde er von den Sicherheitsleuten, genau wie ejder andere aufdringliche Fan, wieder vor die Tür gesetzt.
Wie man sieht, auch Promis sind normale Menschen und können sich nicht alles erlauben ;-)

Dieses Buch zeigt deutlich, daß es zu Recht Musikindustrie heißt, denn es geht nicht nur um Leidenschaft, sondern um Geld! Sehr viel Geld!
Verträge müssen eingehalten werden, jeder möchte seinen Anteil am Verdienst, und an Bruce Springsteen. Er hat zu funktionieren, komme was wolle.
Doch er setzt sich für seine Rechte und Wünsche ein, zeigt seine Stärke, und gibt niemals auf!
1999 bedankt er sich in einer Rede auch bei Mike Apple, der ihm, trotz allem, vor vielen Jahren zum Erfolg verholfen hat.

Mit diesem Buch kann man einen Blick hinter all den Ruhm eines Musikers blicken.
Man sieht, es ist nicht alles wunderbar, nur weil man berühmt ist.
Bruce Springsteen läßt sich nicht verbiegen, und Geld stand nie im Vordergrund.
Er wollte die Rechte an seinen Songs, was vermutlich jeder echte Künstler nachvollziehen kann.



Ein MUSS für Fans!
Meine Bewertung: 5 von 5 Sterne!!!


Philipp Hacker-Walton, Jahrgang 1983, hat in Wien das Studium Journalismus und Medienmanagement abgeschlossen. Seit 2005 arbeitet er für die österreichische Tageszeitung "KURIER", u.a. als Korrespondent in Brüssel (2012-2015). Die Recherchen für dieses Buch führten ihn nach New York, Asbury Park, London und Irland.

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