Samstag, 25. März 2017

Rezension - Ein Mantel so rot


Taschenbuch: 118 Seiten
Verlag: CreateSpace Independent Publishing Platform
ISBN-13: 978-1542356527
   

Barbara Schinko, geboren 1980, wuchs in einer österreichischen Kleinstadt auf. Ihre Kindheit spielte sich zwischen Bücherbergen und den Welten in ihrem Kopf ab. Später studierte sie internationale Wirtschaftsbeziehungen, lebte mehrere Monate lang in Irland und reiste im Wohnmobil durch die USA. Wenn sie nicht arbeitet, sitzt sie in ihrem geliebten Hängesessel auf dem Balkon und träumt sich ans Meer. Ihre Bücher wurden mit mehreren Preisen ausgezeichnet, u.a. mit dem Österreichischen Kinder- und Jugendbuchpreis (2016) sowie dem Kinder- und Jugendbuchpreis der Stadt Wien (2016).


Eine rote Kapuze. Ein Jäger und ein Wolf.
Als Zoyas Mann zum ersten Mal die Gestalt eines Wolfs annimmt, ahnt Zoya nicht, welches Unglück damit über sie und ihr Dorf hereinbricht. Wie liebt man jemanden, der kein Mensch mehr ist? Haben die anderen Dorfbewohner mit ihren Befürchtungen Recht – wird Zoyas Mann seinen Namen vergessen und sich in ein Mischwesen aus Mensch und Tier, einen „rasenden Wolf“, verwandeln?
Zoya kämpft um ihre Liebe. Kann sie mit Hilfe Grischas, des Jägers, den Fluch abwenden?



Rotkäppchen, wie wir es bisher nicht kannten!

Zoya lebt in einem kleinen Dorf, und genau wie die anderen Frauen, kämpft sie ums Überleben.
Denn während die Männer in den Krieg ziehen mussten, müssen die Daheimgebliebenen mit Hunger und Armut zurecht kommen.
Als nun endlich ihr Mann zurückkehrt, hat er einen Wolfsmantel dabei und Zoya wird unruhig.
Stimmen die alten Geschichten? Wenn jemand solch ein Fell trägt, verwandelt er sich selbst irgendwann in einen Wolf. Und tatsächlich scheint er sich zu verändern...

In der Märchenadaption von Barbara Schinko ist das Rotkäppchen kein kleines Mädchen, sondern eine junge, verheiratete Frau.
Diese Version ist um einiges düsterer als das Original und daher für Erwachsene gedacht.
Schon der Schauplatz, ein mittelalterliches Dorf, mit Bewohnern die an Legenden und deren Geschöpfe glauben, empfand ich als sehr finster.
Zoya muss so viel mitmachen, und gerät in Gefahr, denn die eigenen Freunde wenden sich gegen sie. Einzig der Wolf scheint sie zu verstehen....

Die Autorin hat sich, im Gegensatz zum ersten Märchen der Märchenspinnerei ("Der Axolotlkönig" von S.Riess), für eine Idee entschieden, die nicht in der heutigen Zeit spielt.
Doch wieder muss sich eine Märchenfigur beweisen, und mit Problemen auseinandersetzen, die wir auch heutzutage kennen.

Rotkäppchen war ja noch nie ein Märchen für zartbesaitete Menschen, und auch "Ein Mantel so rot" hat es in sich. Der Wolf, die Großmutter,... sie alle spielen hier eine Rolle.
Völlig anders, aber dennoch genauso tragisch wie bei den Brüdern Grimm.

Der Stil der Autorin ist gut zu lesen, und sie konnte durchgehend für märchenhafte Stimmung sorgen.
Aber eben nicht wie bei diesen "Und sie lebten glücklich...."-Prinzessinnen-Geschichten, sondern so wie man die alten Märchen kennt: gefährlich und oftmals zum Gruseln.
Zoya verändert sich im Laufe der Geschichte, und wenn sie oftmals kurz vorm Aufgeben ist, kämpft sie immer weiter für ihr Leben, und ihre Liebe.


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